8724falsetruefalse0truetrue
Was würde Jane tun?

Geld oder Liebe? Jetzt oder nie? Stolz oder Vorurteil?

Was würde Jane tun?

Knifflige Lebensfragen beantwortet von Jane Austen

Jane Austen widmete ihr Leben der Schriftstellerei – eigentlich undenkbar in der damaligen Zeit. Von Frauen, die der höheren bürgerlichen Schicht angehörten, wurde damals nämlich nur eines erwartet: sie sollten möglichst schnell und möglichst lukrativ verheiratet werden. Nur so waren sie nicht mehr abhängig von wohlhabenden Verwandten und konnten sich Respekt verdienen, indem sie sozial aufstiegen. Autorinnen hingegen bewegten sich in einer Art gesellschaftlichen Grauzone. Darum veröffentlichte Jane Austen ihre Bücher auch nicht unter ihrem eigenen Namen, sondern stets mit dem Vermerk by a lady. Doch ihre Romane waren so beliebt, dass auch ihre Identität irgendwann ein offenes Geheimnis wurde.

Der Erfolg ihrer Bücher hat sich seitdem nur gesteigert. Immer mehr Facetten erkennt man in Jane Austens Werken. Nur auf den ersten Blick handelt es sich dabei um Liebesromane, in denen sich junge Mädchen trotz prekärer Lage für die Liebe entscheiden – und belohnt werden. Viel wichtiger sind Austens scharfsinnige Beobachtungen, ihre Ironie und ihr Humor, durch die sie die gesellschaftlichen Zustände gekonnt in Frage stellt. Die ungerechte Stellung lediger Frauen kommentiert sie dabei besonders kritisch.

Die Genauigkeit ihrer Beobachtungen und ihre sprachliche Eleganz haben Jane Austen zu einer Autorin gemacht, die auch über zweihundert Jahre nach ihrem Tod noch gelesen und immer wieder gelesen wird. Ihrem klugen Verstand, ihrem Humor und ihrem moralischen Bewusstsein begegnen ihre Leser dabei auf jeder Seite. Eine Freundin wie Jane Austen müsste man haben! Mit ihr könnte man lachen, weinen und die kniffligsten Probleme lösen. Wie wäre Jane als Ratgeberin? Mithilfe ihrer Zitate haben wir Jane ein paar unserer Fragen beantworten lassen:

Verwandte Themen

Geboren wurde Jane Austen am 16. Dezember 1775 in Steventon, gestorben ist sie am 18. Juli 1817 in Winchester. Sie gilt als eine der bedeutendsten englischen Schriftstellerinnen. Zu ihren bekanntesten Werken zählen Emma und Stolz und Vorurteil.

Noch mehr von Jane Austen zum Stöbern und Entdecken:

Was würde Jane tun?

Aus, Schluss, vorbei. Die große Liebe ist untergegangen wie die Titanic nach ihrem Rendezvous mit dem Eisberg. Was nun? Rotz und Wasser heulen? Schokolade in Wodka tunken? Oder die neuste Dating-App herunterladen?

Wenn Sie so richtig enttäuscht sind, rät Ihnen Jane, Zeit mit den besten Freunden zu verbringen: „Freundschaft ist sicherlich der beste Balsam für die Wunden einer enttäuschten Liebe.“ Gemeinsam schaffen Sie es aus dem eisigen Wasser ins Rettungsboot und zurück ans trockene Ufer. Die besten Freunde trösten nämlich über jeden Liebeskummer hinweg!

Für ein grandioses Jobangebot sind Sie in eine andere Stadt gezogen. Obwohl der Job erfüllend ist und Ihnen die neue Arbeit großen Spaß macht, fehlen Ihnen Ihre Freunde, die Sie zurücklassen müssen. Oft macht Sie das traurig und Sie haben gar keine Lust, sich mit der neuen Stadt anzufreunden. Wie sollen Sie damit umgehen?

„Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen“, sagt Jane. Konzentrieren Sie sich auf die guten Aspekte: den Spaß im Beruf, die aufregende neue Stadt, die es zu entdecken gilt, neue Freundschaften, die sich entwickeln werden. Natürlich können die Ihre Freunde nicht ersetzen und es ist völlig in Ordnung, sie mal zu vermissen. Lassen Sie sich jedoch den Spaß nicht davon verderben – Sie haben sich schließlich bewusst für den neuen Job entschieden.

Ihr Mitbewohner ist ein lustiger Kerl. Leider ist seine große Leidenschaft Experimental Jazz und der klingt für Ihre Ohren nur grauenvoll. Den ganzen Tag blubbern die dissonanten Töne unter seiner Zimmertür hervor und auch das Küchenradio muss sich seinen Musikvorlieben beugen. Wie sagen Sie ihm, dass Sie keinen weiteren Saxofonmucks mehr ertragen?

Geschmäcker sind verschieden, das hätte Ihnen Jane vermutlich gesagt und für mehr Toleranz plädiert: „Die eine Hälfte der Welt kann die Freuden der anderen nicht verstehen.“ Nur weil Ihnen das Ohr für Jazz fehlt, heißt das nicht, dass Ihr Mitbewohner auf seine Herzensmusik verzichten muss. Schließlich würden Sie Ihre Bruce Springsteen Sammlung auch nicht kampflos aufgeben, oder? Lassen Sie Ihrem Mitbewohner also seinen Krach und investieren Sie lieber in eine Schachtel Ohrstöpsel – wenn’s mal wieder etwas lauter wird.

Sie haben den netten Kollegen nun drei Tage in Folge an der Kaffeemaschine angelächelt, Sie haben Ihre Haare verführerisch über die Schulter geworfen, so wie Sie es vor dem Spiegel geübt haben, und Ihr Augenaufschlag kann nur als absolut betörend bezeichnet werden. Doch mehr als „Guten Morgen“ und „Mahlzeit!“ ist Ihrem Objekt der Begierde noch nicht über die Lippen gekommen. Weiß er denn immer noch nicht, dass er zu Ihnen gehört?

Auch wenn einige ihrer Romane nur noch ein paar Seiten lang wären, würden die Protagonisten diesen Rat befolgen: Jane würde sich für mehr Deutlichkeit aussprechen. Sprechen Sie Ihren Kollegen an und laden Sie ihn auf ein Feierabendbier ein. Machen Sie Ihre Absichten unmissverständlich. „In neun von zehn Fällen sollte eine Frau lieber mehr Gefühle zeigen, als sie empfindet“, rät Jane und sie könnte Recht damit haben. Da wir in der Liebe alle etwas schwer von Begriff sind, schadet es nicht, etwas dicker aufzutragen – und das gilt heutzutage sowohl für Frauen, als auch für Männer!

Wenn in Ihrem Freundeskreis jemand ein Problem hat, kommt er: zu Ihnen! Sie sind routinierte Problemlöserin, sensible Ratgeberin, und an Ihrer Schulter hat sich schon so manche Freundin ausgeweint. Doch auch Sie würden sich manchmal gerne anlehnen, von Ihren Sorgen erzählen und ein paar aufmunternde Worte hören. Hat Jane eine Lösung für Ihr Problem?

Hat sie: „Wer sich nicht beschwert, wird nicht bedauert.“ Ihre Freunde sehen Sie als starke, unabhängige Person – und meistens stimmt das ja. Sie können jedoch nicht riechen, ob Sie Kummer haben, wenn Sie nichts davon erzählen. Machen Sie Ihrem Ärger Luft, geben Sie schwache Momente zu, bekennen Sie sich zu Ihren Gefühlen. Ihre Freunde werden Ihnen zuhören, Sie trösten und Ihnen all das an Stärke und Rückhalt zurückgeben, wofür Sie jahrelang bekannt waren. Die richtig guten Dinge im Leben bekommt man eben nicht auf dem Silbertablett dargereicht – man muss sie einfordern!

Literarische Weisheiten:
trueno_dots[{breakpoint: 410,settings: {slidesToShow: 2,slidesToScroll: 2}},{breakpoint: 640,settings: {slidesToShow: 3,slidesToScroll: 3}},{breakpoint: 900,settings: {slidesToShow: 4,slidesToScroll: 4}}]
Durchs Leben mit Goethe

Durchs Leben mit Goethe

Kaum ein Schriftsteller ist so berühmt wie er. Ist er jedoch auch ein guter Ratgeber für unser heutiges Leben? Wir haben es ausprobiert.

Schreiben Sie einen Kommentar:

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtangaben und müssen ausgefüllt werden.

Bitte beachten Sie unseren Hinweis zum Datenschutz.

0 Kommentare
Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden & Bekannten: