Interview mit Karina von NetGalley

In unserer täglichen Arbeit mit Journalisten, Bloggern, Buchhändlern, Bibliothekaren und Lehrenden spielen Rezensionsexemplare natürlich eine zentrale Rolle.

Im digitalen Bereich gibt es hier seit einiger Zeit eine Plattform namens NetGalley, bei dem solche Leseexemplare online angefordert und auf Lesegeräten angeschaut werden können. Die liebe Karina Elm ist hierbei die Ansprechpartnerin für die teilnehmenden Verlage und wir dachten, es wäre interessant für euch, einmal ihren Arbeitsalltag kennenzulernen.

Los geht’s…

Kurz erklärt: Was ist NetGalley und was sind deine Aufgaben?

NetGalley ist eine Online-Plattform, über die Verlage die digitalen Versionen ihrer Bücher als Leseexemplare für Rezensenten (Blogger, Journalisten usw.), Buchhändler, Lehrende und Bibliothekare zur Verfügung stellen. Diese professionellen Leser können durch die angebotenen Novitäten stöbern, Leseexemplare anfragen, die Bücher herunterladen und dann auch direkt über die Seite ihr Feedback an die Verlage zurückgeben. Eine Mitgliedschaft ist selbstverständlich kostenfrei. Die Verlage wiederum stellen neue Titel ein, bearbeiten die Anfragen und freuen sich über die frühen Rückmeldungen zu ihren Büchern. Hier erklären wir ganz übersichtlich, wie NetGalley funktioniert.

Als Customer Relations und Community Managerin habe ich ganz verschiedene Aufgaben: Da wir NetGalley in Deutschland erst im März 2016 gestartet haben, ist es immer noch sehr wichtig, das Angebot bei allen, die davon profitieren können, bekannt zu machen. Außerdem betreue ich sowohl die Verlage, die NetGalley täglich in ihrer Kommunikation rund um die Leseexemplare nutzen, als auch die NetGalley-Mitglieder. Denn von beiden Seiten kommen Fragen, bzw. kann ich oft mit Tipps und Tricks weiterhelfen. Zu diesem Zweck dienen auch unser NetGalley Blog sowie die Facebook-Seite und der Twitter-Kanal, über die ich mit unseren Mitgliedern ins Gespräch komme. Schließlich stehe ich viel mit meinen internationalen NetGalley-Kollegen im Austausch, um die Seite gemäß der Bedürfnisse all ihrer Nutzer weiterzuentwickeln.

Dein Tipp an Buchblogger?

 

Pssst, der absolute Geheimtipp: Meldet euch bei NetGalley an – es geht schnell und lohnt sich!

Und nun noch etwas ernster: Möchtet ihr von den Verlagen professionell behandelt werden, dann verhaltet euch ebenfalls professionell: Seid höflich in euren Nachrichten, rezensiert Bücher, die ihr als Leseexemplare bekommt, zeitnah und sorgfältig, oder informiert den Verlag, warum ihr nicht rezensiert, usw. Aber all das machen die meisten Buchblogger bereits ganz selbstverständlich und wirklich gut, deswegen vor allem: Weiter so!

Was macht dir bei deiner Arbeit am meisten Spaß?

Ich kommuniziere eigentlich die ganze Zeit: mit den Verlagen, mit den NetGalley-Mitgliedern und auch mit meinen NetGalley-Kollegen aus den anderen Ländern. Das macht mir schlichtweg richtig viel Spaß! (wäre das nicht so, hätte ich vielleicht auch den falschen Job …)  Ich finde es toll, ‘Problemlöser’ zu sein, und gemeinsam mit dem Team zu überlegen, wie wir NetGalley noch besser machen können. Wenn dann per Mail, auf Twitter, Facebook oder sogar persönlich positives Feedback von den Mitgliedern und den Verlagen zurückkommt, freut mich das ungemein!

Außerdem sehe ich immer die aktuellen Neuerscheinungen, das ist für einen Bücherwurm wie mich der beste Nebeneffekt dieser Arbeit!

Wie ist die Idee für den Buchblog-Award entstanden, den ihr dieses Jahr zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum ersten Mal ausrichtet?

Die BuchbloggerInnen bilden einen großen Teil der NetGalley-Mitglieder und wir haben überlegt, wie wir sie auch über das Angebot der Seite hinaus in ihrer Arbeit unterstützen können. Aus dem Gedanken, dass öffentliche Sichtbarkeit und Anerkennung der Buchblogger-Szene für sie besonders wichtig sind, entstand die Idee des Awards. Solch eine Auszeichnung zeigt zum einen die Vielfalt der Buchblogs, -Vlogs, Bookstagram-Accounts und Co., und honoriert gleichzeitig ihren wichtigen und kreativen Beitrag zum öffentlichen Gespräch über Bücher. Mein Herz hüpft ein wenig, wenn ich sehe, dass aus der Idee nun Wirklichkeit geworden ist, und sie bei den BuchbloggerInnen und in der Buchbranche so gut ankommt!

Was liest du privat am liebsten?

Ugh, wie ich diese Frage fürchte! Meine Lesevorlieben hängen nämlich ganz stark von meiner Stimmung ab und ich kann mich gar nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen. Während meines Literaturstudiums habe ich viele Klassiker gelesen, vor allem aus Skandinavien. Fan von Ibsen und Hamsun, aber auch vieler ihrer internationalen Kollegen bin ich bis heute. In der Gegenwartsliteratur mag ich (momentan) grundsätzlich ‘kleine’ Geschichten, die sich nur um wenige Personen drehen, ihnen aber dafür so richtig nahe kommen und mich nicht mehr loslassen. Das können dann mal ‘literarische’ Bücher sein (obwohl ich diese Abgrenzung nicht unbedingt mag), aber auch eine klassische Liebesgeschichte, Krimis, Jugendbücher oder Fantasy-Romane.

 

Vielen lieben Dank Karina, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast

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1 Kommentare
Susi am 01.10.2017

Ein sehr interessanter Beitrag. LG, Susi

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