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Unser Interview mit Katja von Mamatized

»Ein guter Blog ist wie eine Freundin«

Unser Interview mit Katja von Mamatized

Wir haben Katja von mamatized.com interviewt … über das Bloggen, in einem eigentlich schon vollen Leben mit Kindern. Über Tricks und Tipps zum Zeitmanagement, über Freude und Motivation … und natürlich auch über die Weihnachtszeit.

Wie schaffst du es, deinen Alltag als Bloggerin mit deinem Alltag als Mutter zu vereinbaren?

Das verlangt auf jeden Fall Zeitmanagement. Tagsüber pflege ich eher meine Social Media Kontakte oder beantworte kurz E-Mails, zu mehr reicht es nicht. Ich schreibe vor allem abends, weil ich tagsüber mit zwei kleinen Kindern keine Ruhe habe. Das ist dann mein Zeit für mich und oft leidet der Schlaf, aber das Bloggen erfüllt mich so sehr, dass es das Schlafdefizit ausgleicht.

Dein Mütter-Alltag inspiriert dich maßgebend bei der Arbeit an deinem Blog – gibt es Bereiche bei deiner Arbeit als Bloggerin, die auch in deine Erziehung einfließen?

Oh ja, die gibt es. Durch das Bloggen reflektiere ich viel mehr, was ich als Mutter tue, wie ich erziehe und wie sich mein Kind wann verhält. Da fallen mir natürlich auch die Fehler, die ich selbst mache, eher auf. Ich glaube, dass das Bloggen gerade mit meiner 3-Jährigen hilft, denn die Autonomiephase (oder die „Trotz-Phase“ wie der Volksmund sie gerne nennt) ist sehr nervenzehrend, so dass es unheimlich hilfreich ist, sich über den Blog auszutauschen und Mut zuzusprechen.

Woher nimmst du die Ideen für deine Postings? Was ist deine größte Inspiration beim Schreiben der Posts?

Jetzt muss ich ganz kitschig antworten: Meine Kinder. Es stimmt aber. Ohne sie gäbe es keinen Stoff für meine Geschichten, denn auch, wenn es nicht immer primär um sie geht, so erlebe ich alles nur, weil es sie gibt. Ich schreibe, seit ich zu bloggen begonnen habe, Überschriften in mein Handy; denn meist kommen mir die Ideen, wenn ich mit den Kindern unterwegs bin und keine Zeit habe. Mittlerweile ist meine Notizseite wirklich voll und es kommen mehr Ideen hinzu, als ich abarbeiten kann. Die Zeit ist der wirklich schwierige Faktor als Elternblogger.

Was war der Grund dafür, dass du dich bei der Gründung deines Blogs für einen rund um die Themen ›Familie‹ und ›Mutterschaft‹ entschieden hast? Gab es ein ganz spezielles Ereignis, das dich zur Gründung eines Blogs bewog?

Mit der Geburt meiner zweiten Tochter hatte ich das große Bedürfnis, produktiv zu sein. Man sitzt als Mama da und beobachtet, welche unglaubliche körperliche und geistige Entwicklung das eigene Kind durchmacht und will das irgendwie auch. Zunächst dachte ich, ich müsse wieder zu arbeiten anfangen, um das wohltuende Gefühl „etwas geschafft zu haben“ zu bekommen, aber ich merkte ziemlich schnell, dass ich noch nicht dazu bereit war, mein Kind abzugeben. Also kam ich zum Bloggen und das war perfekt. Mit jedem Post, den ich schreibe, fühle ich mich gut und trotzdem kann ich für meine Kinder so da sein, wie ich es gern möchte.
Und warum das Thema Familie? Darin kenne ich mich einfach gut aus. Außerdem wollte ich gerne ganz, ganz ehrlich sein. Meine große Tochter hatte lange Zeit Probleme, allein einzuschlafen und überhaupt allein zu schlafen. Bei allen anderen schien es das Problem nicht zu geben, nur wenn ich mal mit einer Mutter ganz allein war und ihr vorher meine Probleme anvertraut hatte, dann sah ich, dass es diese Probleme auch in anderen Häusern gibt. Bei mir auf dem Blog kann jeder fragen, was er will und er wird immer eine ehrliche Antwort bekommen. Und so halte ich das mit meinen Postings auch. Auch wenn Ehrlichkeit manchmal schwer fällt, weil man sich angreifbar macht.

Gibt es besondere Botschaften, die du deinen Lesern mit deinen Posts vermitteln möchten?

Das Allerwichtigste ist, dass mein Leser sich wohl fühlt.

Ich will, dass jeder, der meinen Blog liest, mit einem Lächeln geht. Das kann durch einen lustigen Post passieren oder durch eine gute Idee, die man zu Hause vielleicht auch so einführen will, oder einfach durch das Gefühl, nicht allein zu sein mit dem Druck und dem Stress, den das Muttersein mit sich bringt.

Gibt es Situationen, in denen es dir schwer fällt, an neuen Beiträgen zu arbeiten?

Ja, die gibt es. Manchmal gibt es Situationen, die ich gern durchs Schreiben verarbeiten möchte, es aber nicht offen und ehrlich auf meinem Blog tun kann. So z.B. Konflikte mit meinen Eltern oder Schwiegereltern. Die lesen regelmäßig den Blog und wären sehr verletzt, wenn ich mich dort über sie beschwere. Wir Blogger finden aber auch Wege, es trotz alledem zu schreiben … und sei es eben in einem Gastbeitrag, den die Verwandten nicht ganz so schnell im Internet finden.

Wie entscheidest du, welche Inhalte es auf deinen Blog schaffen?

Das ist reines Bauchgefühl. Ich glaube, ein guter Blog ist wie eine Freundin. Was erzählst du ihr? Was empfiehlst du ihr? Das machst du ja auch ganz intuitiv. Und so ist es mit meinem Blog auch.

Gibt es Themen, die dich momentan besonders interessieren?

Ich setze mich viel mit Erziehung auseinander. Wie löse ich bestimmte Probleme mit meinem Kind, wie kann ich an mir selbst etwas verändern, damit ich entspannter werde. Das liegt natürlich am Alter meiner Kinder.

Hast du einige Tipps für Eltern, die ebenfalls einen Blog starten möchten?

Na klar! Der wichtigste Tipp zuerst: Einfach machen! Ich habe meinen Blog innerhalb von 3 Tagen aufgesetzt und würde wahrscheinlich noch immer nicht gestartet sein, wenn mein Mentor nicht geschrieben hätte:

Fang heute an, nicht morgen. Man braucht kein Konzept, denn man probiert sich mit dem Schreiben aus.

Der zweite Tipp: Vernetzen! Ist unheimlich wichtig und macht wirklich Spass! Kein Blogger beisst und alle helfen dir gerne weiter. Ich habe z.B. für eine Postidee gerade letzte Woche zwei riesengroße Blogger angeschrieben und beide antworteten innerhalb einer Stunde auf diese Mail!

Die Advents- und Weihnachtszeit steht bevor. Wie verbringst du die Festtage?

Oh, da reißt du bei mir ein Thema auf, das ich bestimmt auch noch auf meinem Blog verarbeiten werde! In diesem Jahr feiern wir das erste Mal ganz allein und besuchen nicht unsere Familie. Auf der einen Seite ist das wunderschön und verspricht weniger Stress, auf der anderen Seite habe ich jetzt schon Angst, dass ich heulend vorm Weihnachtsbaum sitze und meine Familie vermisse.
Irgendwie ist doch immer was los …

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