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Power Women:

Geniale Ideen mutiger Frauen

Diese sieben Biografien erzählen nicht nur eine Geschichte von starken Frauen, die ihrer Zeit Lichtjahre voraus waren. Es ist auch die Geschichte von Menschen, die nicht bereit waren, Kompromisse zu machen. Entgegen aller Widerstände haben sie ihre Leidenschaften, ihre Gedanken, ihr Innerstes in die Welt getragen - mutig, stark, inspirierend!

1. Ada Lovelace (1815-1852), Computergenie

Ada Lovelace war Computergenie – in einer Zeit, in der es noch gar keine Computer gab! Sie wuchs bei ihrer Mutter Anne Isabella Byron auf, die ihren Vater – Lord Byron, romantischer Dichter und notorischer Lebemann – nach Adas Geburt verlassen hatte. Keinesfalls sollte die kleine Ada nach dem berüchtigten Vater kommen und so durfte sie sich statt mit Lyrik nur mit Mathematik und Naturwissenschaften beschäftigen. Ihre Begeisterung für diese Fächer kombinierte sie mit einer ausgeprägten Fantasie. Mit 17 lernte Ada den berühmten Mathematiker Charles Babbage kennen, der den ersten Rechenautomaten der Welt entwickelt hatte. Sie schrieb eine Programmierung, die seine Maschine um ein vielfaches leistungsstärker machen würde, als Babbage ursprünglich für möglich gehalten hatte. Erst in den 1950er Jahren wurde Adas Beitrag zur Entwicklung der EDV erkannt. Heute gilt sie als erste Computerprogrammiererin der Welt.

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Nicht reden,
handeln!

Emmeline Pankhurst 

Emmeline Pankhurst (1858 – 1928), Frauenrechtlerin

Als Emmeline geboren wurde, durften Frauen (und viele Männer) fast nirgendwo auf der Welt wählen. Jahrelang setzte sie sich für das Wahlrecht ein - ohne Erfolg. Anfang des 20. Jahrhunderts radikalisierte sich die Bewegung. Diese mutigen Frauen hatten schließlich lange genug höflich um ihr Recht gebeten. Emmeline gründete die Women’s Social and Political Union. Gemeinsam mit Gleichgesinnten organisierte sie Reden und Demonstrationen, kettete sich an Geländer, bespuckte Polizisten, warf Fenster ein und zündete Briefkästen und Gebäude an – kurz: die Suffragetten, wie sie damals genannt wurden, machten ordentlich Krach. Viele landeten im Gefängnis, doch zum ersten Mal wurden sie gehört. Während des ersten Weltkrieges ließ Emmeline die Kampagne ruhe, um die Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Einen Monat nach Kriegsende verlieh das britische Parlament vermögenden Frauen über 30 das Wahlrecht. 1928 durften endlich alle britischen Männer und Frauen ab dem 21. Lebensjahr wählen. (In Deutschland war es übrigens schon 1919 so weit.)

Du sollst wissen, dass ich mir der Gefahren vollauf bewusst bin. Ich will es tun, weil ich es tun will. Frauen müssen versuchen, das Gleiche zu wagen wie Männer. Wenn sie scheitern, soll ihr Scheitern nur eine Herausforderung für andere sein.

Aus einem Brief von Amelia Earhart an ihren Mann vor ihrem letzten Flug

Amelia Earhart (1897-1937), Pilotin

Schon im jungen Alter kümmerte sich Amelia Earhart nicht besonders darum, was sich für Mädchen Anfang des 20. Jahrhunderts schickte und was nicht. Statt sich entmutigen zu lassen, sammelte sie Berichte über Frauen, die sich in Männerdomänen hervorgetan hatten. Seit sie mit zehn Jahren eine Flugschau besucht hatte, ließ sie der Gedanke ans Fliegen nicht mehr los. Sobald sie alt genug war, begann sie Flugstunden zu nehmen. Sie sparte Geld und kaufte sich einen knallgelben Doppeldecker. In den darauffolgenden Jahren jagte sie nicht nur alle Rekorde, die Männer vor ihr aufgestellt hatten, sie stellte eigene auf. 1928 war sie die erste Frau, die den Atlantik überflog. Obwohl sie lediglich mit ihren Crewkollegen Bill Stultz und Slim Gordon flog, machte dieses Ereignis sie berühmt. Vier Jahre später flog sie die Strecke allein. Das hatte vor ihr nur Charles Lindbergh geschafft – und noch keine Frau. Sie sammelte Rekorde wie andere Briefmarken. Zuletzt wollte sie entlang des Äquators einmal um die ganze Welt fliegen. Unterwegs, mit Kurs auf eine winzige Insel mitten im Pazifik, verschwand ihre Lockheed Electra 10E spurlos. Doch Amelia Earhart bleibt unvergessen.

Ich wage sogar zu behaupten, dass sich hinter dem >Anonymus<, der so viele Gedichte geschrieben hat, ohne seinen Namen darunterzusetzen, oft eine Frau verborgen hat.

Virginia Woolf

Virginia Woolf (1882 – 1941), Schriftstellerin

Obwohl Virginia Woolf in einer kulturaffinen Familie aufwuchs, bekam sie nicht die gleiche Bildung wie ihre Brüder. Die Jungen wurden auf die Schule und später auf die Universität Cambridge geschickt, während Virginia und ihre Schwestern zu Hause unterrichtet wurden. Sie durfte nicht am King’s College in London studieren, sondern am „King’s Ladies Department“, das in einem viel kleineren Gebäude untergebracht war. Virginia wusste: die Hochschulbildung für Frauen musste reformiert werden. In ihrem Essay Ein Zimmer für sich allein (1929) erklärte sie, dass eine Frau, um schreiben zu können, einen eigenen, geschützten Raum und ein eigenes Einkommen braucht – etwas, das damals oft nur Männern zur Verfügung stand. Im Literaten- und Künstlerviertel Bloomsbury fand sie den Ort, den sie für ihr Schreiben brauchte. Sie veröffentlichte zahlreiche journalistische Arbeiten und Romane, darunter Mrs Dalloway (1925) und Zum Leuchtturm (1929). Ihr mutiges, freigeistiges Leben war immer wieder gezeichnet von Depressionen und Nervenzusammenbrüchen. 1941 entschied sie sich dazu, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Junko Tabel (1939-2016), Bergsteigerin

Vor 50 Jahren war das Bergsteigen noch reine Männersache. Junko Tabel ließ sich davon nicht beirren und bestieg als erste Frau alle Seven Summits, also die höchsten Gipfel auf jedem der sieben Kontinente. Ihren ersten Berg, einen aktiven Vulkan namens Nasu-dake bestieg die Japanerin bereits mit zehn Jahren – bei einem Schulausflug! Weil sie von den Bergsteigerclubs für Männer ständig kritisiert wurde, gründete sie 1969 einen Bergsteigerinnenclub, mit dem sie dem männlichen Widerstand trotzte und zahlreiche Gipfel bestieg. 1975 erreichte sie den Gipfel des Mount Everest – als erste Frau stand sie auf dem höchsten Berg der Welt. Es ging ihr jedoch nicht darum, nur Gipfelerfolg an Gipfelerfolg zu reihen. Durch ihre Erfahrungen war sie sich ihrer Verantwortung bewusst und engagierte sich für umweltverträglichen Bergsport – während sie sich ganz nebenbei die unglaubliche Zahl von 160 Bergen erkletterte.

Ich kann nicht verstehen, warum Männer so einen Wirbel um den Mount Everest machen. Es ist nur ein Berg.

Junko Tabel 

Frida Kahlo (1907-1954), Malerin

Mit 18 war Frida Kahlos Leben zerstört. Bei einem Busunglück brach sie sich zahlreiche Knochen und wurde von einer Metallstange durchbohrt. Die Schmerzen würden ihr ganzes Leben nicht mehr aufhören. Ihren Plan, Ärztin zu werden, musste sie verwerfen. Wo andere aufgeben würden, fing Frida erst richtig an. Sie entdeckte ihre Leidenschaft: die Malerei. Was mit Schmetterlingen auf ihrem Ganzkörpergips begann, drückte sie auf Leinwänden in zahlreichen starken Selbstporträts aus, die ihre Schmerzen zum Thema hatten. 1928 lernte sie Diego Rivera kennen. Er war Kommunist, wie sie selbst, und berühmt für seine Wandmalereien. Sie führten eine stürmische Beziehung, die Eingang in Fridas Werke fand. Ihre bunten, symbolischen Bilder werden oft dem Surrealismus oder dem magischen Realismus zugeordnet. Doch Frida hat nie ihre Träume gemalt, sagte sie. „Ich habe meine eigene Wirklichkeit gemalt.“ Als sie 1954 starb, war sie trotz zahlreicher Ausstellungen immer noch hauptsächlich als Diego Riveras Frau bekannt. Erst 20 Jahre später entdeckte man ihr Werk. Heute ist sie eine der berühmtesten Malerinnen der Welt.

Ich weiß nur eines: Ich male, weil ich muss, und ich male, was immer mir durch den Kopf geht, ohne lange zu überlegen.

Frida Kahlo

Judit Polgár (* 1976), Schachspielerin

„Genies werden gemacht, nicht geboren.“ – diese Aussage ihres Vaters sollte entscheidend für Judit Polgár sein. László Polgár war Schachlehrer und Pädagoge. Seine drei Töchter – Zsusa, Zsófia und Judit – unterrichtete er gemeinsam mit seiner Frau Klara zu Hause. Alle drei erzog er zu hervorragenden Schachspielerinnen, doch Judit stach besonders hervor. Mit fünf schlug sie ihren Vater das erste Mal, mit neun Jahren gewann sie ihr erstes internationales Schachturnier. 1991 gewann sie mit nur 15 Jahren die ungarische Meisterschaft und die FIDE verlieh ihr den Titel eines Großmeisters. Sie gehörte nun nicht nur zu den besten Spielern der Welt, sie war auch noch die jüngste Großmeisterin aller Zeiten. In den folgenden Jahren spielte Judit Turniere auf der ganzen Welt, sie gewann zahlreiche Titel und schlug weitere Weltmeister. Mit der Judit-Polgár-Schachstiftung, die sie 2012 gründete, will sie Kinder ans Schachspiel heranführen. Heute ist sie Cheftrainerin der ungarischen Nationalmannschaft der Herren.

Es ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Intelligenz.

Judit Polgár

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