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Pädagogen  Wissenswertes  Gesundheitserziehung  Von der Windel zum Töpfchen - Tipps zur Sauberkeitserziehung von der Zeitschrift »ELTERN«

Wissenswertes

01.03.2010Von der Windel zum Töpfchen - Tipps zur Sauberkeitserziehung von der Zeitschrift »ELTERN«
 

Tatsache ist: Mit dem Sauberwerden verhält es sich wie mit dem Gras, das keineswegs schneller wächst, wenn man daran zieht. Oder, um beim Menschen zu bleiben, wie mit dem Laufen. Das lernen Kinder nämlich auch nicht schneller, wenn man sie fünfmal am Tag auf die Füße oder in ein Lauflerngerät stellt. Sauberwerden passiert einfach. Beschleunigen lässt es sich kaum, behindern schon eher, zum Beispiel, indem man sein Einjähriges dreimal am Tag auf den Topf zwingt.

Man kann eigentlich ganz beruhigt sein: Wenn Kinder so weit sind, dass sie Darm und Blase kontrollieren können, bekommen aufmerksame Eltern das in der Regel mit. Kleine Stinker geben Signale, wenn die Windel voll ist. Spätestens wenn sie »Kaka gemacht« melden, darf man sie dafür kräftig loben. Sobald wir also merken, dass sie sich selbst für das Thema »Ausscheidungen« interessieren, dürfen wir anfangen, die Vorzüge des Töpfchens zu preisen. Manche Zweijährige finden das was für Babys und wollen – mit dem entsprechenden Toiletteneinsatz – lieber das Klo der Großen benutzen. Doch den meisten geht es wie Leo in dem Buch »Wer macht denn da ins Töpfchen«. Sie finden es gar nicht so schlecht, auf ihre eigene Toilette zu gehen. Und wenn Ihr Kind das erfolgreich gemacht hat, können Sie es gerne loben und mit kleinen Aufmerksamkeiten belohnen.

Wann das alles soweit ist? Bei den meisten nach dem zweiten Geburtstag, bei einigen schon im zweiten Lebensjahr, bei anderen auch erst um den dritten Geburtstag herum. Im Durchschnitt, sagt die Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel, werden Kinder heute tagsüber mit 28 Monaten und nachts mit 33 Monaten trocken. Und wer es beim Kindergartenstart noch nicht ist, wird es dann meist, wenn er in der Gruppe sieht, wie die anderen es machen.

Das Beste, was wir als Eltern tun können: keinen Druck ausüben. Schon durch die Klamottenauswahl Erleichterung schaffen: Hosen mit Gummiband lassen sich schneller ausziehen als Kleidung mit komplizierter Gürtelschnalle oder eine Latzhose. Und: nicht meckern, wenn doch mal was in die Hose geht. Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie »Wer macht denn da ins Töpfchen?« vorlesen, gemeinsam schmunzeln und das Thema ohne Druck angehen.

Oliver Steinbach
Stellvertr. ELTERN-Chefredakteur

 Bücher zum Thema »Windel, Töpfchen, Toilettentrainer«

     

 

 


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