21.07.2009Fit für die Einschulung - Sprache und Spracherwerb
Sprachbildung »Wir machen uns meist nicht klar, wie komplex der Spracherwerb eines kleinen Kindes funktioniert«, erklärt die Sprachwissenschaftlerin Christiane Kiese-Himmel. »Das Kind muss jedes Wort als Namen lernen und mit dem dazugehörigen Wortwissen im ‚geistigen Lexikon’ so ablegen, dass ein schneller ‚Zugriff’ möglich ist.«
Zum Wortwissen gehören neben der Aussprache, welche Artikulation, Betonung, Melodie und Rhythmus umfasst, die inhaltliche Bedeutung eines Wortes, wobei der Verstehensprozess bereits durch die Aussprache eingeleitet wird sowie ein bestimmtes, informelles (grammatikalisches) Wissen über die Veränderung von Wörtern und deren Stellung in verschiedenen Satzformen.
Ein dreijähriges Kind beherrscht im Durchschnitt aktiv 500 bis 2.000 Wörter, ein sechs- bis siebenjähriges bereits 5.000 bis 6.000 Wörter. Der Worterwerb wird dabei in hohem Maße durch die Qualität und Quantität sprachlicher Informationen zwischen Erwachsenem und Kind beeinflusst.
Dabei ist für die Sprachentwicklung nicht nur die Benennung von Dingen, Zuständen, Eigenschaften oder Tätigkeiten durch die Eltern von Bedeutung, sondern auch die Häufigkeit der vom Erwachsenen an das Kind gerichteten Fragen, über die ein produktiver Sprachgebrauch angeregt wird, der das erlernte Wortwissen festigt und vertieft.
Beobachtungsfragen
Gibt es im Tagesablauf Ihres Kindes ausreichend Zeit, Erlebtes mitzuteilen?
Kann Ihr Kind seine dies betreffenden Beobachtungen, Fragen und Gefühle verständlich wiedergeben?
Ist die gezielte Nutzung unterschiedlicher Medien (Bilderbücher und -lexika, Vorlesebücher, Zeitschriften, Hör-CDs, das Fernsehen, Rundfunksendungen, Theateraufführungen …) für Ihr Kind eine geübte Alltagserfahrung?
Wie sicher ist Ihr Kind in seinem Sprachverhalten beim Umgang mit bestimmten, wiederkehrenden Kommunikationssituationen (Begrüßung/Verabschiedung, Telefonieren, um Hilfe bitten, Rückfragen stellen u. Ä.)?