Seit ihrer Kindheit wusste Barbara Zoschke: »Ich will immer mit Sprache, Wörtern, Texten zu tun haben.« Und las alles, was es in der Leverkusener Fahrbücherei zu leihen und für wenig Taschengeld zu kaufen gab. »Bücher waren und sind für mich die Rettung. In ihnen kann ich mich zugleich verlieren und finden.«
Aus der Leselust einen Beruf zu machen, daran dachte sie vorerst nicht. Als 1, 83 Meter große Leverkusenerin lag anderes näher: Zum Beispiel Hochspringerin zu werden. Schließlich wimmelte es in der Sportstadt nur so von Vorbildern: Ulrike Meifart, Dietmar Mögenburg, Carlo Thränhardt... Barbara Zoschke trainierte dreimal wöchentlich, absolvierte Krafttrainings und Ausdauerläufe, nahm an Jugend trainiert für Olympia teil und wusste mit 18 Jahren: Ich will Lektorin werden.
»Damals war ich ziemlich ängstlich. Ich dachte immer, ich müsste mich beeilen, besonders gut sein, um nicht arbeitslos zu werden. Also gab ich mir Mühe geradlinig zu sein.« Dem Studium der Romanistik und Germanistik folgten also ein Verlagsvolontariat und Festanstellungen als Lektorin.
»Insgesamt eher unglückliche Jahre«, urteilt die Autorin heute, »weil ich dauernd schlechte oder uninteressante Texte lesen musste.« Aber immerhin entdeckte sie in dieser Zeit ihr Talent: das Schreiben. Sie wechselte bald in eine Zeitschriftenredaktion - und ihrer Fantasie wuchsen Flügel, bis sie sich nicht mehr an einen festen Job binden ließ und mit Wilma Wolkenschwein, ihrem ersten Kinderbuch, in die Lüfte stieg.
Für die vielen Figuren, die Wilma folgten, gab und gibt es Inspiration im täglichen Leben der Schriftstellerin. Zum einen sind da ihre beiden Söhne Tim und Henri. Aber noch wichtiger ist der Autorin die eigene Kindheit. »Ich habe wenig von früher vergessen. Kinder erleben alles so ungefiltert. Sie sehen und spüren alles wie verstärkt ... vom blutenden Zeh bis zum Ungerecht-behandelt-werden, alles tut Kindern soviel weher als Erwachsenen. Diese Intensität gilt natürlich auch für alles Schöne.«
Vor diesem Hintergrund sieht die Autorin wie durch eine Lupe die Welt der Kinder und Jugendlichen und widmet ihnen ihre Kreativität, »denn Kindsein ist das Spannendste im Leben.« Ihr erklärtes Ziel lautet: »Ich möchte meine LeserInnen unterhalten, ihnen Lust und Spaß am Lesen bereiten; außerdem kann – wer gut und gerne liest und spricht oder schreibt – über sich und seine Umwelt besser nachdenken als die Wortlosen.«
Ein Ziel, das sie erfüllt und Wirkung auf sie selbst hat: »Ich fühle mich in meinen Texten zu Hause, wenn ich den richtigen Ton getroffen habe.«