Klaus-Peter Wolf: Alles begann mit der Geschichtenerzählerbande ...
Ein Kind des Ruhrgebiets ist Klaus-Peter Wolf zwar, aber lange blieb er nicht dort. Nach dem Abitur arbeitete er bei einer Lokalzeitung, bevor ihn das große Fernweh packte und er durch ganz Europa vagabundierte. In dieser Zeit schrieb der quirlige und stets zu Scherzen aufgelegte Klaus-Peter Wolf auch erste Geschichten über sich und alles, was ihn beschäftigte.
Die netten und heiteren Geschichten fanden schnell immer mehr begeisterte Leser. Inzwischen wurde er mit vielen Preisen für seine Bücher ausgezeichnet und feiert mit seinen zahlreichen Drehbüchern für Erwachsene ebenso große Erfolge.
Klaus-Peter Wolf wurde 1954 in Gelsenkirchen geboren. Schon mit acht Jahren war Klaus-Peter Wolf bereits ein richtiger Schriftsteller: Sein erstes Buch, eine gemalte Geschichte mit kurzen Texten in Sprechblasen, verkaufte er für 10 Pfennig an seinen gleichaltrigen Banknachbarn in der Schule. Kurz darauf gründete er die ‚Geschichtenerzählerbande’. Alle Mitglieder der Bande kamen als handelnde Personen in seinen Geschichten vor.
Vom Weltraumabenteuer bis zum Indianerüberfall, vom realistischen Familienalltag bis zum Fantasy-Märchen mischte er alles nach seinen eigenen Bedürfnissen und denen seiner Zuhörer. Bald wurden auch die Erwachsenen auf die Kinder aufmerksam, die sich – ohne jedes Spielzeug – stundenlang höchstvergnügt unterhielten und beschäftigten. Das war verdächtig. Als dann auch noch die Schulnoten schlechter wurden, musste Klaus-Peter Wolf früh am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, als Talent unterdrückt zu werden: Das Geschichtenerzählen wurde ihm verboten, die Bande musste im Geheimen tagen.
Die Schule langweilte ihn derart, dass er sich oft nicht am Unterricht beteiligte, sondern unter der Bank Geschichten schrieb. Einen Tag vor dem Abitur bekam er den Literaturpreis der Stadt Gelsenkirchen und den Argus-Literaturpreis für die beste deutsche Kurzgeschichte. Damals schrieb er bereits hart an der Wirklichkeit recherchierte Geschichten über Außenseiter der Gesellschaft. Über Penner, Sonderschüler und kriminelle Jugendliche.
Doch dazwischen wendet er sich auch immer wieder fröhlichen, lustigen Kindergeschichten zu, die beim Lesen ein befreiendes Lachen auslösen. Mitte der 60er Jahre erschienen die ersten Kurzgeschichten und Hörspiele. Der Autor hat neben seinen Büchern auch viele Drehbücher zu Fernsehfilmen und dem „Tatort“ verfasst. Er erfand zum Beispiel den ‚Sportarzt Cobby Knipper’ (ARD) und schrieb einige vielbeachtete Spielfilme, wie ‚Svens Geheimnis’ und ‚Samstag, wenn Krieg ist’.
Klaus-Peter Wolf erhielt zahlreiche Preise für seine Bücher, u.a. den Anne-Frank-Anerkennungspreis und den Förderpreis für Literatur des Landes Nordrhein-Westfalen. Für sein Drehbuch zu ‚Svens Geheimnis’ wurde ihm 1996 der ,Rocky Award for best TV-made movie’ in Kanada verliehen.
Inzwischen sind rund ein Dutzend Romane entstanden und fast fünfzig Kinderbücher. Sie wurden in zwölf Sprachen übersetzt und fast acht Millionen Mal verkauft. Klaus-Peter Wolf lebt heute als freier Schriftsteller mit Frau und Kindern in Norden (Ostfriesland) und genießt es, auf Reisen durchs Land aus seinen spannenden Büchern vorzulesen.